Kondolenzworte zu finden gehört zu den schwersten Dingen überhaupt.
Denn in dem Moment, in dem ein Mensch stirbt, verstummen oft genau die Worte, die sonst selbstverständlich wirken. Plötzlich erscheint jeder Satz zu klein, zu gewöhnlich. Hilflos und ohne genügend Kraft für das, was ein anderer Mensch gerade trägt.
Viele Menschen versuchen deshalb, die „richtigen“ Kondolenzworte zu finden. Sie suchen ach einer Formulierung, die tröstet, ohne leer zu klingen. Nach Worten für eine Trauerkarte, die nicht wie eine Floskel wirken.
Und vielleicht beginnt genau dort bereits das eigentliche Problem:
Wir glauben oft, Trost müsse perfekt formuliert werden.
Doch Trauer lauscht anders.

In den vergangenen Jahren baten mich viele Menschen um Hilfe, wenn ihnen im Angesicht von Verlust die Worte fehlten.
Meine Art zu schreiben hat sich im Laufe der Zeit verändert. Mein schamanisches Wirken und insbesondere die Arbeit mit den Ritualen und stillen Räumen aus „Mondlicht klingt in mir“ haben meine Sprache weiter vertieft. Sie zeigt ihre Stärke noch mehr in der Stille und macht innere Räume weiter.
Ich habe verstanden, daß Menschen in Zeiten der Trauer oft gar keine großen Antworten brauchen. Manchmal genügt ein einziger Satz, der nicht ausweicht.

Vielleicht suchen wir so verzweifelt nach den richtigen Worten für eine Kondolenzkarte,
weil wir glauben, wir müßten den Schmerz eines anderen Menschen lindern. Doch oft geschieht etwas ganz anderes:
Ein wahrhaftiger Satz nimmt Trauer nicht weg. Er hält einfach den Moment neben ihr aus.
Genau dort entstehen für mich heute tragende Kondolenzworte. Nicht aus dem Wunsch, etwas besonders Schönes zu schreiben, sondern aus der Bereitschaft, einem Menschen wirklich zu begegnen.

Deshalb wirken schlichte Worte manchmal tiefer als lange Texte.
„Ich denke an Euch.“
„Ich bin in Gedanken bei Euch.“
„Es tut mir unendlich leid.“
Solche Sätze erscheinen klein.
Und doch können sie ein Anker sein, wenn sie ehrlich gemeint sind.
Wer Kondolenzworte finden möchte, sucht deshalb oft nicht nur nach Sprache.
Er möchte vielmehr eine Form von Nähe vermitteln, die auch im tiefschwarzen Raum der Trauer ein kleiner Anker sein kann. Vielleicht ist das die leise Aufgabe tröstender Worte. Nicht den Schmerz zu erklären, sondern ihn einen Augenblick mitzutragen. Denn Menschen vergessen, wie perfekt ein Satz formuliert war. Sie erinnern sich an Nähe, die sie gewärmt hat, wenn sie eine Trauerkarte mitten in der Nacht wieder hervorgeholt und sich nicht ganz verlassen gefühlt haben.

Gerade die letzten Worte einer Trauerkarte
fühlen sich für viele Menschen noch einmal schwer an. Fast so, als dürften sie den trauernden Menschen nicht einfach wieder allein in seiner Dunkelheit zurücklassen. Bereits in diesem Zögern liegt Euer Mitgefühl.
In meinem Buch „Trauerworte… wenn Worte fehlen“ geht es deshalb nicht nur darum, Kondolenzworte zu finden. Es dürfen von Herzen kommende Worte entstehen vom ersten tastenden Satz bis zu leisen Abschiedsworten, die sich anfühlen wie eine ausgestreckte Hand. Denn manchmal braucht Trauer keine großen Erklärungen, sondern nur einen Menschen, der mit seinen Worten noch einen kleinen Augenblick an ihrer Seite bleib
Meine Trauerworte zum Ausdrucken oder digitalen Direktversenden findet Ihr hier:
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