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Manchmal wird die Welt draußen so laut, daß wir kaum noch wissen, wie wir in uns selbst ruhig bleiben sollen.
Politische Worte werden schärfer. Menschen ziehen sich in ihre Lager zurück. Angst breitet sich aus, Empörung wird zur täglichen Begleiterin und Nachrichten dringen bis in die stillsten Winkel unseres Lebens.

Vielleicht kennt Ihr dieses Gefühl: Ihr möchtet verstehen, was geschieht. Ihr möchtet aufmerksam bleiben, aber auch Eure Haltung bewahren. Und gleichzeitig spürt Ihr, wie all das, was täglich auf Euch einströmt, langsam zu viel wird.

Zerbrochene Glasscheibe als Symbol der zerbrechenden gesellschaftlichen Strukturen und des Gewohnten
Wenn das Gemeinschaftsgefühl langsam aufbricht und jeder nur für sich zu kämpfen scheint

Gerade dann können wir uns an etwas erinnern, das älter ist als jede Nachricht und jede politische Auseinandersetzung: an die Pflanzen und ihre magischen Kräfte.

In meinem Garten der friedfertigen Gedanken erscheinen heute drei Pflanzenwesen. Die Geister von Schafgarbe, Hagebutte und Beifuß. Jeder von ihnen trägt eine eigene Kraft in sich. Und jede hat eine andere Antwort auf die Frage, wie wir durch unruhige Zeiten gehen können, ohne unsere innere Mitte zu verlieren.

Symbolbild für die drei Pflanzengeister
Drei Pflanzengeister unterstützen uns mit ihren ureigenen Kräften

Als Pflanzengeist für unruhige Zeiten behütet die Schafgarbe Eure Mitte

Die Schafgarbe ist eine feine Hüterin der Grenzen. Ihre weißen Blüten scheinen leicht und zart, doch in ihrer Überlieferung trägt sie eine starke schützende Kraft.
Wenn die Welt unruhig wird, legt sie ihre Blüten um Eure Aura und erinnert Euch:
„Bewahrt Eure Mitte. Ihr müßt nicht jede Angst aufnehmen, die durch die Welt zieht, nicht jede Empörung in Euch weitertragen.

Was draußen geschieht, darf Euch berühren. Doch es muß nicht in Euch wohnen.

Gerade in Zeiten, in denen Menschen einander schnell in Freund und Feind einteilen, ist diese innere Mitte kostbar.
Sie zu schützen bedeutet nicht, gleichgültig zu werden oder alles für gleich gültig zu halten.
Es bedeutet, Euren eigenen klaren Blick zu bewahren.

Hört hin, bevor Ihr urteilt. Prüft, bevor Ihr glaubt. Und bewahrt Euch die Fähigkeit, auch dort noch Feinheiten wahrzunehmen, wo andere längst nur noch zwei Seiten sehen. Eure Mitte ist kein Rückzug aus der Welt.
Sie ist der Ort, von dem aus Ihr klar handeln könnt.

Der Pflanzengeist der Hagebutte erinnert Euch an Schutz und Selbstvergebung

Dann tritt die Hagebutte an Eure Seite. Ihre roten Früchte tragen noch die Erinnerung an den Sommer. Ihre Dornen erzählen von einer anderen Wahrheit: Schutz muß nicht bedeuten, hart zu werden.

„Schützt Euer Herz“, sagt die Hagebutte. „Es ist nicht Eure Aufgabe, die ganze Welt in Euch zu tragen. Vergebt Euch, wenn Ihr müde werdet. Vergebt Euch, wenn Ihr Euch manchmal fürchtet. Und vergebt Euch auch, wenn Ihr nicht auf alles eine Antwort wißt.

Wir leben in einer Zeit großer Veränderungen. Da darf die Seele auch einmal müde werden von Nachrichten, die keinen inneren Raum mehr lassen. Ihr dürft dieses Zuviel verlassen. Ihr dürft Euren Blick wenden, wenn Bilder und Worte Euch überfluten. Ihr dürft wieder warme Erde unter Euren Füßen spüren. Selbstvergebung macht Euch nicht gleichgültig. Sie nimmt Euch nur den unnötigen Kampf gegen Euch selbst.

Bewahrt Eure innere Ruhe wie eine kostbare Schale Wasser in Euren Händen.“

Der Beifußgeist fordert Schutz vor negativen Energien

Und dann kommt der Geist des Beifuß. Aufrecht, herb und voller Kraft. Er fragt nicht, ob Ihr Euch schützen möchtet, sondern er fordert es.
„Schützt Euch. Nicht jede Energie, die Euch begegnet, verdient Zugang zu Eurem Innersten. Das gilt auch für die Energien, die durch Nachrichten, soziale Medien und Gespräche in unser Leben gelangen.

Angst ist ansteckend. Empörung und Verachtung sind es auch. Menschen, die gegen das kämpfen, was sie fürchten, können dabei selbst von der Härte dessen durchdrungen werden, was sie bekämpfen. Darum achtet darauf, was Ihr täglich in Euren Geist einlaßt.

Informiert Euch, aber badet nicht in Nachrichten. Wenn Euch jemand Angst machen will, erkennt die Angst, bevor Ihr sie zu Eurer eigenen macht. Wenn Wut in Euch aufsteigt, schaut hin, ob sie wirklich zu Euch gehört. Und laßt sie nicht bestimmen, wer Ihr seid.

Der Pflanzengeist des Beifuß fordert Euch auf, eine klare Grenze zu ziehen statt alles ungefiltert in Euer Energiefeld zu lassen.

Schutz bedeutet dabei keineswegs, Euer Herz vor der Welt zu verschließen. Es bedeutet, eine klare Grenze zu ziehen. Dort, wo Menschenwürde, Freiheit und das friedliche Zusammenleben angegriffen werden, darf diese Grenze deutlich sein.

Schutz bedeutet, zu entscheiden, was durch Eure Tür treten darf.“

Eure innere Welt braucht einen geschützten Ort

Vielleicht ist das die gemeinsame Botschaft dieser drei Pflanzengeister für unruhige Zeiten: Ihr müßt Euch nicht von der Unruhe der Welt verschlingen lassen, um wach zu bleiben. Ihr dürft Anteil nehmen und trotzdem bei Euch bleiben. Ihr dürft klar erkennen, was Ihr ablehnt, ohne den Haß zu Eurem inneren Bewohner zu machen. Denn auch Eure Gedanken brauchen einen Ort, an dem sie zur Ruhe kommen können.

Euer Garten der friedfertigen Gedanken ist kein Ort, an dem die Welt draußen bleiben muß. Er ist ein Ort, an dem Ihr Euch erinnert, wer Ihr sein möchtet, während draußen vieles ins Wanken gerät.

Ein kleines Ritual mit Schafgarbe, Hagebutte und Beifuß

Geht noch heute hinaus. Streift an Feldrändern und Wiesen entlang. Schaut, welche dieser Pflanzen Euch begegnen. Schafgarbe reckt ihre weißen Köpfe aus der Wiese, während die roten Früchte der Hagebutte an langen Ranken hängen. Vielleicht wartet der Beifuß am Wegesrand auf Euch.

Nehmt je einen Zweig oder eine Blüte der drei Hüter mit heim. Flechtet sie behutsam zu einem kleinen Kranz, in dem sie trocknen können. Dann könnt Ihr ein kleines Licht oder Räuchergefäß damit schmücken und alles an einen besonderen Ort der Stille stellen.

Wenn die Nachrichten wieder lauter werden, nehmt Euch ein wenig Zeit, entzündet das Licht oder den Rauch und atmet tief und tiefer, während Ihr Euch an die Botschaft der Pflanzengeister erinnert:

Bleibt wach, ohne Euch von der Unruhe verschlingen zu lassen.
Bleibt menschlich, auch wenn andere ihre Menschlichkeit verlieren.
Bewahrt Euer Herz vor dem Haß, auch wenn Ihr klar erkennt, was Ihr ablehnt.
Behütet Euren Garten der friedfertigen Gedanken gerade in unruhigen Zeiten.

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